PASCAL MORCHÉ FLANIERT!

Pascal Morche

Mama, ich hab Dich lieb!

8. Mai. 2019

Mama, ich hab Dich lieb!

Am 12. Mai ist es wieder soweit: Die Mütter dürfen ausschlafen, dann gibt es Frühstück ans Bett und ein hübsches Beauty-Präsent.

Wie sieht eine Mutter im Jahre 2019 aus und wie feiert sie den Muttertag? Vielleicht hat die moderne Frau (und Mutter!) am 2. Sonntag im Mai bereits ihr Motorrad, eine BMW S 1000 RR, aus der Garage geschoben. Oder von ihrem Mini Cabrio das Verdeck runtergeklappt. Oder sie notiert auf ihrem Laptop noch wichtige „bullet points“ für das Meeting am nächsten Tag.

Denn offen gestanden: eine Mutter gibt sich heute wohl nicht mehr ganz so visuell mütterlich wie die „Venus von Willendorf“. Auch nicht wie jene Mama im österreichischen Kultfilm „Muttertag“ von 1994, den man gesehen haben muss! Fazit: „Es ist alles nicht wahr.“ Zumindest nicht ganz.

Aus dem einstigen Ehrentag ist längst ein Mummy-Event geworden, das medial ab Ostern in allen möglichen und unmöglichen Facetten vor-zelebriert wird. Doch wie kam’s dazu?

1907 hat sich der Tag zu Ehren der Mutter aus der amerikanischen Frauenbewegung entwickelt. 1922 konnte er durch den Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber“ auf unserem Kontinent Fuß fassen und tat das sicher nicht auf High Heels. Am 11. Mai 1924 wurde der Muttertag dann vom damaligen Bundespräsidenten Michael Hainisch in Österreich eingeführt; quasi als Geschenk an seine Mutter Marianne, die für Frauenrechte gekämpft hatte.

In den folgenden Jahrzehnten, als Muttis Platz noch in der 8m²Küche war, um dort im Licht eines Neonrings den Sonntagsbraten zu „zaubern“, wollte man sie wenigsten einmal im Jahr der Herdanziehungskraft entreißen. Das war das Geschenk: „Mama, lass Dich verwöhnen, heute bleibt die Küche kalt!“ Und daraus bastelte ein findiger Gastronom und Inhaber einer deutsch-österreichischen Schnell-Restaurant-Kette in den 1960er Jahren auch gleich seinen Werbeslogan, der heute noch vielen im Ohr klingt.

Es gibt aber auch andere Geschenke. Zwei Drittel der Österreicher schenken zu Muttertag wie nur noch an Weihnachten und Ostern; bedacht werden (außer Müttern) auch Schwiegermütter, Ehepartnerinnen und Omas. Blumen stehen an erster Stelle und ich schrieb hier schon allen Männern, dass sich Blumensträuße, gepflückt zwischen Motoröl und Grillkohle von der Tankstelle verbieten. Gerne gekauft werden Parfüms – das macht auch Sinn, denn Düfte welken nicht so schnell. Nur eines sag ich hier auch allen Männern: Mit dem Duft, den die Mutter trägt, sollte man tunlichst NICHT die Ehefrau oder Lebensgefährtin verwöhnen. Dann wird’s so ödipal, dass es nicht mal mehr der Herr aus der Wiener Berggasse 19 richten kann. Also: die gleiche Blumensorte können Sie Frau und Mutter schenken; den gleichen Duft niemals!

Und vor allem nicht vergessen: Eine Mutter bleibt eine solche auch die restlichen 364 Tage im Jahr. Und da darf sie ebenfalls beschenkt werden – womit? Einfach mal bei ALINA reinklicken...